Project: Skinny Me

 



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Ja, der Rechtschreibfehler ist gewollt. Denn diese Essstörung ist ein "Es", ein unsichtbares Wesen, das sich meiner bemächtigt hat. Und hier wird die Geschichte erzählt.

Ganz genau lässt sich der Zeitpunkt nicht feststellen, an dem es angefangen hat. Irgendwie gab es schon immer so kleine Sticheleien; einer der ersten Jungs, in die ich verliebt war, hatte allen erzählt, er wäre nicht an mir interessiert, weil ich so fett sei. Ich machte daraufhin ständig Sport, aber ich nahm nicht ab. Durch die Scheidung meiner Eltern zogen wir fort und ich kam an eine neue Schule. (Information am Rande: der Junge kam später in eine Klinik, da er Suizidgedanken aufgrund seines allmählich entstandenen Übergewichts hatte. Karma?)

Meine Mutter war Model und dementsprechend sieht sie noch heute aus. Für ein damals pubertierendes Mädchen ein eher schwieriges Idealbild, dem man nicht gerecht werden kann.

Ich habe meinen Körper nie wirklich beachtet, also nicht so beachtet, wie ich es jetzt mache. Mit 16 wollte ich plötzlich nicht mehr essen, ich wollte nicht zunehmen, ich wollte weniger werden, nicht mehr existieren. Der Tod auf Raten. Durch die Pille wurde die Magersucht und eine andere (Persönlichkeits)Störung sozusagen "aktiviert". Ich hungerte mich auf ein Gewicht von 47,7 kg herunter, ein BMI von 16,7.

Recht schnell bekam ich die Kurve, konnte mich bei einem gesunden Gewicht zwischen 54 und 57 kg halten.

Immer wieder war mein Leben jedoch von Hungerphasen und Abnehmwahn durchzogen, wofür ich auch die abartigsten Mittel verwendete (da ich niemanden dazu verleiten will, wird hier nicht näher darauf eingegangen).

Ich kam an eine Ballettakademie, an der ein dünner, trainierter Körper Pflicht war. Immer wieder schwankte ich zwischen 52 und 54 kg, doch nie gelangte ich darunter.

Und dann passierte es: ich entdeckte das Erbrechen für mich. Es war damals das reinste Paradies; ich konnte essen, was und soviel ich wollte und nahm kein Gramm zu, im Gegenteil, die Kilos flogen davon. Ich war nur noch Muskel und Knochen, 50 kg.

Dann, am Tiefpunkt der Gesundheit meines Körpers und meiner Psyche, nistete sich ein kleines Wunder in mir ein. Er war mein Schutzengel. Ich hatte nun eine Aufgabe, aß gesund, regelmäßig und recht viel. Im Laufe der Schwangerschaft wurden es stolze 78,8 kg.

Nach dern Geburt erreichte ich sehr schnell die 61 kg, denn ich stillte. Auch das war wieder das reinste Paradies: die eigene Ernährung als Bedingung für das Wohlergehen eines neuen Wesens. Ich konnte bis zu 3000 kcal täglich essen und nahm trotzdem ab.

Mit dem Ende der Stillzeit (mein Sohn hatte einfach entschieden, keine Milch mehr zu wollen), kam wieder der Anfang des Wahns. Nahrung als Feind.

Nun versuche ich einen Mittelweg zu finden, auch wenn dies nicht immer gelingt. Die Versuchung ist doch zu groß. Es ist ein harter Kampf, besonders da man als Vorbild fungieren muss. Ich bin mir meines gestörten Essverhaltens bewusst und mehr als bereit, daran zu arbeiten. Doch Erkenntnis reicht nicht immer dazu aus, um sein Verhalten zu ändern. Ich gebe mir Mühe. Ich gebe nicht auf.




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